Auf ein Wort

Sitt ins neue Jahr

Kennen Sie ein Wort, das das Gegenteil von „durstig“ ausdrückt? Bei hungrig ist es klar „satt“. Aber bei „durstig“? Vielleicht liegt es ja daran, dass ein Mensch im Leben nur selten diesen Zustand des „Nicht-durstig-seins“ erreicht. Zu viele Dinge gibt es, nach denen es einen dürsten kann: Der Erfolgsdurst, der Wissensdurst oder auch der Durst nach Anerkennung, nach Liebe, nach Reichtum… Wie schwer tun wir Menschen uns damit, mit dem zufrieden zu sein, was gerade ist, was wir erreicht haben, wer wir sind. Der Durst nach dem MEHR im Leben scheint oft unstillbar zu sein.

Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wasser umsonst.“ (Off 21,6) - so heißt es in dem Bibelwort, das uns als Jahreslosung durch das neue Jahr 2018 begleiten soll. Gott weiß von meinem Durst, von meiner Sehnsucht nach immer mehr und er bietet mir einen Durstlöscher an. Und zwar nicht einen von der Art, der nur vorübergehend meinen Durst löscht, sondern für immer: Wasser aus der Quelle des Lebens! Würde mir ein solches Produkt in der Werbung angeboten, wäre ich mehr als skeptisch. Das kann doch gar nicht funktionieren. Was soll denn das für eine magische Quelle sein, aus der ein solches Wunderwasser kommt, das mir auf den Durststrecken meines Lebens helfen kann?
Das Bild oben zeigt: Mit Magie hat es absolut nichts zu tun, eher mit etwas ganz Greifbarem. Durch Jesus Christus, an dessen Geburt in dieser Welt wir uns an Weihnachten erinnern, kommt dieses Wasser des Lebens. Es kann und will meinen Durst löschen. Denn in Jesus ist Gott uns nahe gekommen. Und so weiß Gott durch ihn, was es heißt, zu leben. Er hat in Christus mitgefühlt, was echter Durst mit einem Menschen macht.„Mich dürstet“, ruft Jesus am Kreuz voller Verzweiflung und stirbt. Damit öffnet er uns den Zugang zur Quelle des lebendigen Wassers. Jeder kann kommen und umsonst trinken von der Liebe, der Vergebung und der Güte Gottes.
Die Dudenredaktion hat im Jahr 1999 einen Wettbewerb ausgeschrieben, um für dieses „Nicht-durstig-sein“ ein eigenes Wort zu finden. Mehr als 100 000 Vorschläge wurden eingesandt. Gewonnen hat letztendlich das Wort „sitt“. In der Umgangssprache hat sich dieses Kunstwort  kaum durchgesetzt. Aber hoffentlich setzt sich der Gefühlszustand „sitt“ angeregt von der Jahreslosung 2018 in unserem Leben immer mehr durch!

Ein gesegnetes, sittes, neues Jahr wünscht Ihnen Ihre Romina Rieder.