Auf ein Wort

Alles hat seine Zeit...

Meine Zeit in Haarbrücken wurde mit einem Festgottesdienst im Haus der Begegnung offiziell eingeleitet: „Gott spricht: Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein.“ - so das Motto des Septemberfestes 2015. Für meine Situation damals wirklich mehr  als passend! Und auch im Blick auf das, was ich in der kommenden Zeit erleben durfte, war es fast schon so etwas wie eine Verheißung. Denn eigentlich wollte ich ja nur achtzehn Monate bleiben und dann als Dozentin wieder zurück an die Uni Erlangen gehen. Doch der Dienst in der Gemeinde Haarbrücken, Ketschenbach und Thann, das Miteinander mit den Menschen vor Ort und in der Region hat mir gleich viel zu viel Freude gemacht. Er wurde mir zum Segen.
Und so bin ich meinen ganzen Probedienst, die ganzen drei Jahre, sehr gerne hier geblieben. Mit Ihnen gemeinsam durfte ich viele herausfordernde erste Male bestreiten. Doch: Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem 
Himmel hat seine Stunde. (Pred 3,1)
Anfangen hat seine Zeit, Aufhören hat seine Zeit.  Einander kennen-lernen hat seine Zeit, Abschied nehmen hat seine Zeit. Neue Projekte anstoßen hat seine Zeit, liebgewonnene Aktionen in andere Hände geben hat seine Zeit. Bunte Taufgottesdienste feiern hat seine Zeit, bei Beerdigungen gemeinsam in der Hoffnung der Auferstehung über den Verlust eines geliebten Menschen trauern hat seine Zeit. Bei den Konfitagen mit den Jugendlichen Gott und die Welt erkunden hat seine Zeit, nach der Konfirmation junge Leute begleiten, ihren Platz in unserer Gemeinde zu finden, hat seine Zeit. Von der Liebe Gottes predigen hat seine Zeit, still werden und zu Gott beten, auch in Liedern, hat seine Zeit. Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.
Meine Zeit in Haarbrücken geht nun dem Ende entgegen. Am Septemberfest 2018 schließt sich der Kreis. Nach 1095 Tagen, 26280 Stunden, 1576800 Minuten als Pfarrerin dieser Kirchengemeinde werde ich dann aus meinem Amt verabschiedet. Gemeinsam mit meinem Mann wechsle ich ins Dekanat Aschaffenburg und werde dort ab September die geschäftsführende Pfarrstelle in der Gemeinde Eschau übernehmen.
Ich war sehr gerne Ihre Pfarrerin und würde mich freuen, wenn Sie meinen Abschiedsgottesdienst mit mir feiern würden, genauso wie wir in den letzten Jahren viele wichtige Meilensteine  gemeinsam gefeiert haben — in Gottesdiensten und bei anderen Gelegenheiten.

Herzliche Einladung am Sonntag, den 09. September 2018, um 17.00 Uhr im Haus der Begegnung. Denn vor allem gilt: Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. (Pred 3,11)

Pfarrerin Romina Englert