Auf ein Wort

Liebe Gemeinde,

die Urlaubszeit liegt vor uns und viele Menschen verreisen. Manche machen vielleicht eine Kreuzfahrt, andere wandern von Berghütte zu Berghütte und wieder andere buchen vielleicht ein Hotel oder eine Pension in einem Ort, der Erholung verspricht. Was mich interessieren würde: Gibt es in Haarbrücken, Ketschenbach oder Thann auch Menschen, die gerne Urlaub im Zelt machen?

Ich habe in meiner Bibel nachgeschaut und dabei entdeckt, dass im Alten Testament viele Bibelstellen den Begriff „Zelt“ enthalten (z.B. Gen 9,21; 12,8; 13,3.18; 18,6.9; 24,67; 31,25.33f; 33,19; 35,21; Ex 18,7; usw…). Eigentlich ist das auch nicht verwunderlich, denn die ersten Menschen, von denen das Alte Testament berichtet, waren Nomaden. Die mussten mit ihren Herden umherziehen und ihre Zelte immer wieder an anderen Orten aufschlagen, bis dort die Weiden abgegrast waren.

Was ich aber erstaunlich finde: Es gibt nicht nur Zelte für die Menschen, es wird auch von einem besonderen Zelt für Gott berichtet und ausführlich beschrieben, wie viel Aufwand man für dieses besondere Zelt, die sogenannte Stiftshütte verwendet hat. Im 2 Mose 26 wird ausführlich beschrieben, wie dieses besondere Zelt wie eine Wohnung für Gott hergerichtet werden soll. In Ex 26,31 wird dann der Vorhang beschrieben, der den Bereich des Allerheiligsten vom Rest der Wohnung Gottes trennen soll. Dieser Vorhang war auch im Tempel in Jerusalem vorhanden. Er zerriss, als Jesus starb. Ein Zeichen dafür, dass wir nun auch Zugang zu dem besonders heiligen Bereich haben, der vorher von „normalen“ Menschen nicht betreten werden durfte.

Deutlich wird aus den Berichten über die Stiftshütte: Gott war nicht ein Gott, der statisch an einem Ort sein Heiligtum hatte, sondern ein Gott, der mit den Menschen mitgewandert ist. Das finde ich auch im Blick auf den Urlaub schön: Gott fährt mit uns in den Urlaub und auch wieder nach Hause – so könnte man die entsprechenden Aussagen in unsere Zeit übertragen.
So wünsche ich uns, dass wir im Urlaub nicht nur Erholung finden, sondern auch Zeit haben, über den Glauben und unseren Gott nachzudenken – vielleicht ergibt sich ja auch der Besuch eines Gottesdienstes am Urlaubsort?

Schöne Ferien wünscht

Ihre Pfarrerin Dorothea Zwölfer